
MFA für die Psychotherapie-Praxis finden: Warum es so schwer ist und welche Alternativen es gibt
Lesezeit: 10 Min.
Sie suchen eine Medizinische Fachangestellte für Ihre Psychotherapie-Praxis. Die Stellenanzeige steht seit Wochen online. Die wenigen Bewerbungen, die kommen, passen nicht. Und selbst wenn Sie jemanden finden, liegen die Gehaltsforderungen höher, als Ihre Praxis wirtschaftlich tragen kann.
Sie sind nicht allein. Der Fachkräftemangel im MFA-Bereich hat sich in den letzten Jahren massiv verschärft. Besonders Einzelpraxen und kleine psychotherapeutische Praxen spüren das.
Die Lage: MFA-Mangel trifft Psychotherapie-Praxen besonders hart
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
- Die Bundesagentur für Arbeit stuft MFA seit Jahren als Engpassberuf ein
- In vielen Regionen kommen auf eine Stellenausschreibung weniger als eine Bewerbung
- Das durchschnittliche MFA-Gehalt ist in den letzten Jahren um über 15 % gestiegen
- Viele MFAs wechseln in besser bezahlte Branchen (Pharma, Versicherung, MVZ-Ketten)
Für Psychotherapie-Praxen kommt hinzu: Die Arbeit unterscheidet sich erheblich von einer somatischen Praxis. Weniger medizinische Tätigkeiten, mehr Kommunikation und Organisation. Das macht die Stelle für viele MFAs weniger attraktiv.
Was eine MFA in der Psychotherapie-Praxis tatsächlich tut
Wenn Sie ehrlich aufschlüsseln, welche Aufgaben Ihre MFA übernimmt, ergibt sich oft folgendes Bild:
- Telefon und E-Mail: Terminanfragen, Rückrufe, Absagen (ca. 40 % der Arbeitszeit)
- Terminkoordination: Planung, Verschiebung, Erinnerungen (ca. 20 %)
- Empfang und Patientenaufnahme: Begrüßung, Formulare, Datenerfassung (ca. 15 %)
- Dokumentation und Ablage: Befunde, Berichte, Korrespondenz (ca. 15 %)
- Abrechnung: KV-Abrechnung, Privatrechnungen (ca. 10 %)
Ein großer Teil dieser Aufgaben ist repetitiv, regelbasiert und standardisierbar. Das ist keine Geringschätzung der Arbeit. Es ist eine Beobachtung, die Lösungsansätze eröffnet.
5 Alternativen zur klassischen MFA-Stelle
1. Teilzeit-MFA oder Minijob
Statt einer Vollzeitkraft: eine MFA auf 20-Stunden-Basis oder als Minijobberin. Die Kosten sind geringer, die Stelle ist leichter zu besetzen.
Vorteil: Geringere Kosten, größerer Bewerberkreis
Nachteil: Nicht alle Aufgaben lassen sich in Teilzeit abdecken. Die restliche Zeit müssen Sie selbst übernehmen.
2. Virtuelle Assistenz
Spezialisierte virtuelle Assistenzen übernehmen Telefon, E-Mail und Terminkoordination remote.
Vorteil: Flexibel buchbar, keine Fixkosten
Nachteil: Kein Praxiswissen, begrenzte Verfügbarkeit, Datenschutz muss sorgfältig geprüft werden.
3. Praxisgemeinschaft mit geteilter MFA
Wenn Sie in einer Praxisgemeinschaft arbeiten: eine MFA auf zwei oder drei Therapeut:innen aufteilen.
Vorteil: Kosten teilen, Auslastung optimieren
Nachteil: Koordinationsaufwand, Abhängigkeit von anderen Praxen.
4. Automatisierung der Kernprozesse
Viele Aufgaben, die heute eine MFA erledigt, lassen sich durch strukturierte Prozesse und Software abbilden:
- Terminbuchung: Online statt telefonisch
- Erinnerungen: Automatisch per SMS oder E-Mail
- Patientenaufnahme: Digitale Fragebögen vorab
- Dokumentation: KI-gestützte Vorlagen
Vorteil: Skalierbar, unabhängig von Krankheitstagen
Nachteil: Erfordert initiale Einrichtung und ein durchdachtes System.
5. Managed Service statt Einzellösung
Die umfassendste Alternative: Statt einzelne Tools zusammenzustückeln, die operative Schicht komplett auslagern. Ein Dienstleister, der Terminorganisation, Patientenkommunikation, Fragebögen und Dokumentation übernimmt, inklusive Einrichtung und laufender Begleitung.
Vorteil: Keine Personalverantwortung, wenig Einarbeitungsaufwand
Nachteil: Laufende Kosten (die allerdings deutlich unter einer MFA-Vollzeitstelle liegen).
Was die richtige Lösung für Sie ist
Die Wahl hängt von Ihrer Praxis ab:
- Einzelpraxis ohne MFA-Budget: Automatisierung + Managed Service
- Praxis mit Teilzeit-MFA: Automatisierung als Ergänzung
- Praxisgemeinschaft: Geteilte MFA + Automatisierung
Entscheidend ist: Identifizieren Sie die Aufgaben, die heute am meisten Zeit kosten, und prüfen Sie, welche davon automatisierbar oder delegierbar sind.
Der systemische Blick
Der MFA-Mangel wird sich nicht entspannen. Wer heute seine Praxisorganisation auf eine Vollzeit-MFA aufbaut, baut auf einem schrumpfenden Fundament. Die Frage ist nicht, ob Sie Ihre Prozesse umstellen, sondern wann.
Praxen, die frühzeitig in strukturierte, digitale Prozesse investieren, sind langfristig unabhängiger, stabiler und weniger anfällig für personelle Ausfälle.
Wie Psycloud Praxen ohne MFA entlastet
Psycloud ist kein Tool, das Sie selbst einrichten und betreuen müssen. Es ist ein Managed Service, der Sie bei den operativen Aufgaben unterstützt, die sonst eine MFA erledigen würde: Terminkoordination, Erinnerungen, Patientenkommunikation, digitale Fragebögen und Dokumentation. Mit persönlicher Einrichtung und direktem Ansprechpartner.
Häufige Fragen
Was kostet eine MFA in der Psychotherapie-Praxis?
Bei einer Vollzeitstelle liegen die Gesamtkosten (Gehalt + Arbeitgeberanteile + Urlaub/Krankheit) bei ca. 35.000–45.000 € pro Jahr. In Ballungsräumen deutlich mehr.
Kann ich eine Praxis ohne MFA führen?
Ja, wenn Sie die administrativen Prozesse strukturiert abbilden. Viele Einzelpraxen arbeiten mit einer Kombination aus Automatisierung und Dienstleistung erfolgreich ohne MFA.
Darf ich Patientendaten an einen externen Dienstleister weitergeben?
Ja, im Rahmen einer Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Voraussetzung ist ein AV-Vertrag und die Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzanforderungen.
Möchten Sie sich wieder auf Therapie konzentrieren?
Psycloud übernimmt Ihre Praxisorganisation mit persönlicher Einrichtung und laufender Begleitung.
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